Immer mehr Brände in Deutschland: Forstwirtschaftsrat fordert Waldumbau
Angesichts der zunehmenden Zahl an Bränden fordert der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gezielten Waldumbau und eine bessere Früherkennung. "Wir müssen in diesem Jahr feststellen, dass Waldbrände häufiger auftreten und inzwischen auch Regionen erreichen, die wir bislang nicht zu den klassischen Waldbrandgebieten Deutschlands gezählt haben", sagte DFWR-Präsident Christian Haase der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe).
"Der Klimawandel schreitet schneller voran, als wir lange angenommen haben - und schneller, als sich unsere Waldökosysteme daran anpassen können", führte Haase aus. "Die langfristig wichtigste Antwort lautet deshalb: Waldumbau, Waldumbau, Waldumbau." Nötig seien strukturreiche, mehrschichtige Mischwälder mit einem höheren Laubholzanteil und einer vitalen Naturverjüngung.
Die Forstwirtschaft arbeite seit Jahrzehnten am Waldumbau, sagte Haase weiter. "Das Problem ist, dass uns die Geschwindigkeit des Klimawandels bei diesem Generationenprojekt zunehmend unter Druck setzt."
Unabhängig davon müsse akzeptiert werden, dass Waldbrände in Deutschland künftig häufiger auftreten könnten."„Umso entscheidender sind Früherkennung und schnelle Erstbekämpfung", sagte der DFWR-Präsident. "Wir brauchen gut ausgebildetes Personal, moderne Frühwarnsysteme und eine Infrastruktur, die eine schnelle Brandbekämpfung überhaupt ermöglicht. Dazu gehören befahrbare Forstwege ebenso wie Löschwasserentnahmestellen."
O.Auer--NWT