Spahn-Nachfolge: Dobrindt verweist auf laufende Beratungen
Nach dem Rücktritt von Jens Spahn (CDU) als Unionsfraktionschef hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) offen gelassen, ob er als Nachfolger zur Verfügung stehen würde. Auf eine entsprechende Frage bei einer Pressekonferenz in Berlin verwies Dobrindt am Dienstag auf die laufenden Beratungen der Parteivorsitzenden Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU) sowie die für 29. Juli geplante Sondersitzung der Unionsfraktion. Bei dieser soll ein Spahn-Nachfolger gewählt werden.
Spahn war am Wochenende zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenzen aus der Debatte um die Geburt seines Sohnes durch eine Leihmutter in den USA. Dort ist ein solches Vorgehen anders als in Deutschland erlaubt.
Als möglicher Nachfolger von Spahn wurde zuletzt auch Dobrindt genannt. Sollte er zum Zuge kommen, wäre es das erste Mal, dass ein CSU-Vertreter den Vorsitz der Unionsfraktion übernimmt. Dort gilt Dobrindt als sehr gut vernetzt. Von 2017 bis 2025 war er als Vorsitzender der CSU-Landesgruppe zugleich erster stellvertretender Fraktionschef.
"Alles, was ich an Hinweisen in irgendeine Richtung geben würde, würde wahrscheinlich nur falsche Spuren ermöglichen", sagte Dobrindt. "Das will ich nicht, sondern wir warten ab, was die Beratungen der Parteivorsitzenden ergeben." Er sähe die Angelegenheit gerne "in einem geordneten Verfahren".
"Es gibt ein Datum, das ist Mittwoch nächste Woche, wo die Fraktion zusammentritt, die Wahl durchführen wird. Bis dahin werden die Gespräche geführt über die Aufstellung." Dem sei nichts hinzuzufügen, betonte der Bundesinnenminister.
U.Lindner--NWT