Hoeneß warnt: Klopp ist kein Messias
Uli Hoeneß hat vor zu hohen Erwartungen an den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp gewarnt. "Ich persönlich halte Jürgen Klopp für einen sehr guten Trainer, wirklich einen sehr guten Trainer. Aber ich bin kein großer Freund der Heldenverehrung. Er kriegt jetzt schon so einen Status, als wenn er über Wasser gehen kann. Er kann auch nicht per Handauflegen alles verändern", sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München im Interview mit RTL/Sky.
Klopp werde nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann "vieles anders machen" und es werde "vieles besser werden", sagte Hoeneß. Aber man müsse "ihm Zeit geben und man darf vor allem nicht glauben, dass er der Messias ist".
Der ehemalige Welt- und Europameister übte aber auch Kritik. "Was mir in der Geschichte nicht gefällt, ist, dass sein Berater Marc Kosicke mit eingekauft wurde. Ich weiß nicht genau, was er da machen soll. Der hat eine Spieleragentur und die hat er als Geschäftsführer. Die Anteile auch. Das halte ich für ein Problem. Mir kommt die ganze Geschichte vor wie ein 'friendly takeover'. Klopp und Co. haben den DFB übernommen, und das halte ich für falsch", sagte Hoeneß.
"Ganz neuen Wind" verspricht sich der 74-Jährige von Per Mertesacker, der ab Januar Andreas Rettig als Geschäftsführer Sport beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ersetzen wird. "Wenn er es nicht kann, wer sonst?", so Hoeneß, der zudem einen neuen Weg vorschlägt: "Ich bin sowieso der Meinung, dass der DFB die Nationalmannschaften, die Frauen, die Männer, die U23 und die U19 ausgliedern müsste. In eine GmbH, die eine eigene Geschäftsführung hat mit einem Gewinnabführungsvertrag für den DFB. Es kann doch nicht sein, dass Landesfürsten darüber entscheiden sollen, wer Bundestrainer wird. Die haben ja keine Ahnung davon."
Die WM in den USA, Mexiko und Kanada mit dem Sechzehntelfinal-Aus bezeichnete Hoeneß als "eine Blamage für unser Land". Julian Nagelsmann sei "nicht alleine schuld". man habe zwar keine super Qualität gehabt, "aber man kann trotzdem eine gute WM spielen. Die Argentinier haben es bewiesen. Sie haben keine gute Mannschaft, aber sie haben reingehauen wie verrückt. Das habe ich bei unserer Mannschaft vermisst."
U.Lindner--NWT