Neues Wiener Tagblatt - Arbeitgeberpräsident fordert politische Konsequenzen aus neuer Pisa-Studie

Arbeitgeberpräsident fordert politische Konsequenzen aus neuer Pisa-Studie
Arbeitgeberpräsident fordert politische Konsequenzen aus neuer Pisa-Studie / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Arbeitgeberpräsident fordert politische Konsequenzen aus neuer Pisa-Studie

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat politische Konsequenzen aus den Ergebnissen der neuen Pisa-Studie gefordert. "Wir müssen Bildung vom Ergebnis her denken: Jedes Kind muss die Schule mit dem Rüstzeug für Ausbildung, Studium und Beruf verlassen", erklärte Dulger am Dienstag kurz nach Veröffentlichung der Studienergebnisse. Demnach schneiden Deutschlands Schülerinnen und Schüler in Lesekompetenz und Mathematik schlechter ab als je zuvor.

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"Bildung ist eine Kernaufgabe des Staates", stellte Dulger klar. Nötig seien konkret "verbindlichere Bildungsstandards, regelmäßige Lernstandserhebungen und gezielte Unterstützung für Schulen mit besonders großen Herausforderungen". Lehrkräfte bräuchten zudem eine Ausbildung, die sie besser auf den Schulalltag vorbereite, und Schulen eine moderne Ausstattung.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) betonte, die jüngsten Pisa-Ergebnisse bestätigten, "was die Ausbildungsbetriebe des Handwerks seit Jahren erleben: Zu viele junge Menschen verlassen die Schule ohne die Grundkompetenzen, die für eine gelingende Ausbildung nötig sind". Neben einer besseren und flächendeckenden Berufsorientierung an allen Schulformen komme es nun vor allem darauf an, die Grundkompetenzen der jungen Menschen zu verbessern, forderte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Dazu seien etwa flächendeckend Diagnosesysteme in den Schulen nötig.

Das Münchner Ifo-Institut warnte vor den wirtschaftlichen Folgen fehlender Grundkompetenzen - die Pisa-Ergebnisse müssten daher zu einem "Umdenken in der Bildungspolitik führen". Die Vermittlung der Basiskompetenzen müsse "höchste Priorität haben", forderte der Leiter des Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann. Andernfalls gingen der deutschen Volkswirtschaft "Billionenbeträge verloren".

D.Steiner--NWT